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Die Menschheit war noch nie so "reich" an Problemen wie heute. Möglicherweise
ließen sich mit der Sozial-Bionik auch Lösungen finden für globale
Probleme wie Überbevölkerung und Klimakatastrophe.
Doch auch im "Kleinen" gibt es Probleme, bei denen es sich lohnt,
sich einmal anzuschauen, wie die Natur diese "Probleme" regelt.
Ein relativ großes "kleines" Problem in Deutschland ist derzeit die
Frage, wie künftig sozialverträgliche und zukunftsfähige Vergütungssysteme
aussehen. Stichworte zu diesem Thema sind die aktuelle "Opel- und
Karstadt-Krise" sowie die anstehenden Verhandlungen für die Neugestaltung
des Tarifsystems für den öffentlichen Dienst in Deutschland.
Die Tarifvertragsparteien (Gewerkschaften und Arbeitgeber / Arbeitgeberverbände)
mögen das anders sehen, aber, wenn man sich umschaut kann man sich
des Eindrucks nicht erwehren, dass das bisherige System, die "heilige
Kuh" der Tarifautonomie selbst in der Krise steckt.
Infolinks
öffentlicher
Dienst
Tarifvertragspartei
Etwas flapsig ausgedrückt ist die Position der Arbeitgeber in vielen
Bereichen: "Wir haben die Schnauze gestrichen voll. Wir machen den
ganzen Laden 'platt'." Unterstützt wird diese Position vom deutschen
Arbeitsrecht. Hier gilt seit jeher die eherne Regel:
Wer das
Recht hat, Unternehmen/Betriebe aufzubauen
und Arbeitsplätze zu "schaffen", hat selbstverständlich
auch
das Recht, diese Unternehmen/Betriebe wieder zu schließen und
die zuvor geschaffenen Arbeitsplätze wieder zu "vernichten".
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Die überspitzt ausgedrückte Position der Arbeitnehmer lautet: "Wir
verzichten so lange auf die Erbringung der versprochenen Arbeitsleistung
bis ihr Arbeitgeber uns unseren 'Besitzstand' garantiert und auf die
'Vernichtung' von Arbeitsplätzen verzichtet."
In manchen glücklichen Fällen kommt es dann zu Kompromissen und illegalen
(pfui Teufel!) und unorthodoxen "Bündnissen für Arbeit" oder neuen
"abgespeckten" tariflichen Vereinbarungen.
In den weniger glücklichen Fällen gibt es irgendwann einen Betrieb,
ein Unternehmen oder eine Dienststelle einfach nicht mehr.
Infolinks
Arbeitgeber
Arbeitnehmer
Bündnis
für Arbeit
Ein außenstehender Beobachter wird in diesen Fällen je nach politischer
Ausrichtung den "Schuldigen" sehr schnell ausfindig gemacht haben:
Entweder waren die Forderungen der Arbeitnehmer und Gewerkschaften
zu "gierig" gewesen oder die Arbeitgeber zu "geizig".
Häufig wird bei dieser Suche nach dem "Schuldigen" das Argument der
Arbeitgeberseite überhört, dass sie gar nicht anders handeln konnten
(Sachzwänge) als den Betrieb oder das Unternehmen zu schließen und
Arbeitnehmer zu entlassen.
Die Frage an die Sozial-Bionik müsste deshalb lauten:
"Gibt es bewährte Modelle für die Verteilung von
begrenzten Ressourcen?"
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